WARUM ICH AM 1. JANUAR IN DEN SEE BIN
- Andrea Pfäffli

- 5. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
5. Januar. Fünf Tage neues Jahr. Und heute vermutlich das erste Mal wieder in der Büro-Zentrale. Hand aufs Herz: Lebst du schon dein bestes Selbst? Oder ist dein «ab jetzt …»-Vorhaben bereits wieder leise unter den Tisch gefallen – irgendwo zwischen Gewohnheit, Ablenkung und dem fiesen inneren Schweinehund?
Der Jahreswechsel ist gnadenlos gut darin, uns mit Erwartungen zu konfrontieren. Neue Ziele, neue Routinen, neues Mindset. Möglichst alles gleichzeitig, bitte. Was dabei oft fehlt, ist ein ehrlicher Moment des Innehaltens. Ein Moment der Reflexion.
Warum Innehalten mehr bringt als noch ein Vorsatz
Dabei ist Reflexion keine grosse Sache. Und übrigens auch kein zeitlicher Luxus. Sie ist schlicht die Fähigkeit, kurz stehen zu bleiben und sich zu fragen: Was ist eigentlich gerade los bei mir?
So simpel das Ritual, so gross seine unmittelbare Wirkung. Im Alltag reagieren wir mehrheitlich. Wir funktionieren, entscheiden, leisten. Reflexion schafft Abstand. Und dieser Abstand macht es möglich, Muster zu erkennen, Erfahrungen einzuordnen und bewusstere Entscheidungen zu treffen.
Oder anders gesagt: Ohne Reflexion sammeln wir Erlebnisse. Mit Reflexion gewinnen wir Erkenntnisse.
Wenn Reflexion nichts «muss»
Reflexion muss nicht zwangsläufig zu Zielen führen. Und das ist wichtig. Manchmal darf Reflexion einfach Reflexion sein. Ohne ein daran anschliessendes To-do. Ohne Vorsatz. Ohne «ab morgen …». Allein das bewusste Wahrnehmen kann entlasten, ordnen, klären – manchmal sogar versöhnen und verändern.
Natürlich dürfen daraus auch Ziele entstehen. Nur bitte:
klein statt überwältigend
wenige statt viele
machbar statt heroisch
Denn zu viel Reflexion – genauso wie zu ambitionierte Schlüsse daraus – erzeugen Druck. Und Druck ist selten ein guter Nährboden für Entwicklung. Reflexion soll öffnen, nicht lähmen.
Lieber regelmässig als perfekt
Der Jahreswechsel ist ein beliebter Anlass zum Innehalten. Und ja, solche Momente helfen.Nachhaltige Entwicklung entsteht jedoch nicht einmal im Jahr, sondern durch regelmässige kleine Reflexionsräume.
Das kann sein:
ein kurzer Check-in am Ende der Woche
ein Spaziergang ohne Ablenkung
ein paar ehrliche Zeilen in einem Notizbuch
ein Gespräch, in dem nicht sofort Lösungen gesucht werden
Reflexion funktioniert nicht, weil sie spektakulär ist. Sondern weil sie dranbleibt.
Ein persönlicher Einschub
Auch ich nutze solche Momente. Zum Beispiel den Jahreswechsel. Nicht, um alles neu zu erfinden, sondern um bewusst hinzuschauen, einzuordnen und den nächsten stimmigen Schritt zu wählen. Am 1. Januar bin ich spontan in den See gestiegen. Acht Grad kalt, klare Luft, Sonne im Gesicht. Nicht als Mutprobe, sondern als kleines Ritual. Um den Gedanken aus meiner Reflexion Kraft zu geben und das, was für 2026 entstehen darf, bewusst zu verankern.
Salz & Pfäffli bietet angeleitete Reflexionsgefässe für Menschen, die nicht schneller, sondern klarer unterwegs sein wollen. Denn manchmal ist der wichtigste Schritt nach vorne erst einmal stehen zu bleiben. Melde dich gerne bei mir, wenn du neugierig bist.


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